· 

Für welche Marker und Stifte du unbedingt Geld ausgeben solltest...

Von den Teilnehmer*innen meiner Visualisierungs-Workshops werde ich immer wieder nach den "besten" Stiften und Markern gefragt. Eigentlich denke ich darüber ja genau wie Eva-Lotta Lamm: Jeder Stift ist besser als kein Stift! Aber ich gebe gerne zu, dass "gutes" Visualisierungs-Material einen großen Unterschied macht: das Ergebnis wird besser, es macht mehr Spaß und man kann nachhaltiger und ressourcenschonender arbeiten, wenn man das richtige Material verwendet. Deshalb kommen hier meine persönlichen Materialempfehlungen. Ich hoffe, du hast einen Augenblick Zeit, ich habe nämlich ziemlich viele Tipps...;-)


Materialtipps für Flipchart, Plakate & Co.

Bei schwarzen Markern für Papier ist mir vor allem ein Aspekt wichtig: Sie müssen wasserfest sein! Denn wenn ich mit farbigen Markern darüber schreibe (z.B. beim Schattieren, Kolorieren, Ankreuzen o.ä.) soll die schwarze Tinte nicht verwischen und die farbigen Stifte sollen nicht schwarz werden. 

Außerdem sollte die Markertinte nicht durchs Papier durchschlagen und wohlmöglich das untere Papier oder gar eine Tischoberfläche verschmutzen.

TIPP: Wenn du einen Marker ausprobierst, schau dir immer die Rückseite des Papiers an. Wenn die Tinte durchgeschlagen ist, lass lieber die Finger davon...;-)

Es gibt einige Marker, die diese Kriterien erfüllen, z.B. der Edding 33 und 380 und der Nitor-Visu-Marker. Mein absoluter Favorit ist und bleibt aber der Neuland OutlinerBesonders toll finde ich daran, dass er nachfüllbar ist und man sogar Ersatzspitzen und Ersatzkappen nachkaufen kann. Mehr Nachhaltigkeit geht nicht!

Es gibt den Outliner mit verschiedenen Spitzen und in verschiedenen Stärken. Ich selbst benutze hauptsächlich die No.One Outliner mit Rundspitze (2) und Keilspitze (1)  und für Details den Fine.One Outliner mit Rundspitze (3). Der Zusatz "Outliner" ist übrigens ganz wichtig, weil nur dieser Marker die wasserfeste Tinte enthält (man erkennt den Outliner an der orangenen Farbe).

TIPPS für Linkshänder*innen: Der Outliner eignet sich übrigens auch sehr gut  für Linkshänder*innen, da die Tinte im Vergleich zu anderen Markern relativ schnell trocknet und beim Darüberwischen (was ja für Linkshänder*innen typisch ist) nicht so leicht verschmiert. Wenn beim Schreiben mit einer Keilspitze die Position der Griffmulden nicht passt (Linkshänder*innen wissen, was ich meine...), kann man die Spitze im Marker drehen, bis er richtig in der Hand liegt.

Zum Schattieren und für kleinere farbige Akzente nutze ich gerne farbige Marker mit einer Brush-Spitze. Diese Spitzen sind wie ein Pinsel geformt. Man kann damit sehr gut farbige Akzente setzen, da man mit der Pinselspitze sowohl feinere als auch dickere Linien erzeugen kann.

Ich nutze hierfür gern den No.One Art von Neuland (4+5), den es in vielen Farben gibt. Für weißes Papier empfehle ich die hellen leuchtenden Farben, wie z.B. türkis, hellgrün, brillantgelb. Und natürlich rot, den braucht man immer! Zum Schattieren benutze ich die Farbe grau. Auch die Brushpens von Ecoline (6) sind nachfüllbar und haben die richtige Dicke für Flipchart und Plakate.

 

Was Farbgestaltung angeht, bin ich ja eher so der reduzierte Typ - meist reichen mir 1-2 Farben für ein paar punktuelle farbige Akzente. Wenn es dann doch mal etwas mehr Farbe sein soll, nutze ich die Wachsmalblöcke von Stockmar*

Sie sind günstig, umweltschonend, schmieren nicht und man kann damit auch großflächig Farbe auftragen. Der Farbauftrag ist zwar manchmal etwas unregelmäßig (die Struktur des Untergrundes zeichnet sich ab), aber für den Einsatz im Unterricht ist das völlig in Ordnung. Wenn man gleichmäßiger und professioneller Farbe auftragen möchte, empfehle ich Pastellkreiden (z.B. PanPastel), die man mit einem Wattebausch oder Kosmetikschwämmchen verwischen kann.


Wenn du auf braunem Packpapier visualisierst, habe ich einen besonderen TIPP für dich. Dieses Papier ist nämlich sehr saugfähig, deshalb kommen Markerfarben darauf nicht so gut zur Geltung. Wenn ich auf braunem Papier farbige Akzente setzen möchte, verwende ich gerne die Kinder-Wachsmalstifte Woody von der Firma Stabilo*

Sie haben eine weiche wachsartige Konsistenz und eignen sich hervorragend, um auf braunem Papier oder bunten Plakatbögen farbige Akzente zu setzen, da die wachsartige Farbe nicht in das Papier einzieht und der Farbton deshalb erhalten bleibt. Für weißes Papier sind sie natürlich auch gut geeignet.


Du hast kein Flipchart zur Verfügung? Auch kein Problem! Im Fachhandel gibt es für wenig Geld einfache Flipchart-Haken*, mit denen man die entsprechenden Blöcke z. B. an Türen oder an Tafeln aufhängen kann oder spezielle Flipchart-Bügel, die ähnlich wie ein Kleiderbügel an jedem Haken aufgehängt werden können.

SPAR-TIPP: Zur Not tun es auch Hosen-Bügel mit Klammern*, sie sollten dann aber mindestens 40 cm breit sein, da sonst die oberen Ecken der Flipcharts zu weit umklappen... 

Flipchart-Haken

Flipchart-Bügel


Falls du darüber nachdenkst, ein Flipchart für dich oder für die Schule anzuschaffen, rate ich dir, dabei auf gute Qualität zu achten. Mein erstes Flipchart war relativ günstig (ca. 70 €) und ich hatte leider nicht lange Freude daran. Nach kurzer Zeit stellte sich nämlich heraus, dass es von alleine langsam aber sicher nach unten rutschte und ich es während eines Workshops mehrmals wieder hochschieben musste. Jetzt bin ich stolze Besitzerin eines Profi-Flipcharts MAULpro* - zugegebenermaßen nicht gerade günstig, aber hält fantastisch. Da wackelt und rutscht gar nichts! Außerdem kann man es seitlich "verlängern" und ein zweites Plakat aufhängen.

Und wie transportierst du deine Flipcharts und Plakate? Am besten aufgerollt in einer Transportrolle, denn Papier ist ein relativ empfindlicher Rohstoff. Ich habe mir eine ausziehbare Rolle zum Umhängen*  angeschafft, die ich auch problemlos beim Fahrradfahren transportieren kann. Man kann sie verlängern, sodass sogar die großen Stellwand-Plakate hineinpassen. 

PROFI-TIPP: Die preisgünstigen Transportrollen haben einen Deckel, der aufgesteckt und seitlich verankert wird. Ich empfehle dir, ein paar Euro mehr zu investieren und lieber eine Rolle mit Schraubdeckel zu kaufen! 

Dieser wird nicht von alleine aufgehen, während die Rolle über deiner Schulter hängt und deine Plakate werden nicht auf den Boden fallen, verschmutzen und verknicken. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede...;-) 



Und jetzt noch ein Tipp zum Thema Nachhaltigkeit. Ich liebe es, am Flipchart zu schreiben und zu zeichnen! Und ja, ich finde den Papierverbrauch aus ökologischer Sicht nicht unproblematisch. Deshalb versuche ich, möglichst ressourcenschonend zu arbeiten. Dabei helfen mir z.B. durchsichtige Folien*, die ich über eine Flipchart-Vorlage lege, um dann darauf im Unterricht mit wieder abwischbaren Stiften weiterzuarbeiten. So kann ich einen Plakatentwurf immer wieder benutzen. Spart nicht nur Ressourcen, sondern auch Zeit!

Oder ich arbeite mit wieder ablösbaren Moderationskarten, die ich an das Plakat hefte (z.B. für Klassenname, Thema, Datum usw.), damit ich das Plakat auch in anderen Klassen benutzen kann (z.B. elektrostatisch haftende Karten*).


Ach, und noch eine Klitzekleinigkeit zum Thema Wiederverwendung von Flipcharts: Wenn ich ein Flipchart mehrfach benutzen möchte, klebe ich die Perforation am oberen Rand mit Tesafilm ab, damit die Lochkante nicht abreißt und ich es immer wieder aufhängen kann. Wenn dann mit der Zeit die Löcher selber ausreißen, kann man das Flipchart mit den Flipchart-Lochverstärkern von Neuland wieder retten bzw. das Ausreißen von Anfang an verhindern. Meiner Meinung nach eine ziemlich geniale Erfindung, die ich bisher tatsächlich nur bei Neuland gesehen habe...


Materialtipps für Whiteboards

Viele Whiteboard-Marker besitzen keine hohe Deckkraft und hinterlassen am Board eher blässliche Linien, besonders wenn sie nicht mehr ganz voll sind. Ich mag das gar nicht. Am besten gefallen mir deshalb die Whiteboard-Marker von Neuland (2,3,4), die im Vergleich zu den meisten anderen relativ kräftig im Farbauftrag sind. Außerdem sind sie wie alle Neuland-Marker nachfüllbar und man kann die Spitzen und die Kappen austauschen. Hatte ich das eigentlich schon erwähnt...;-)

Außerdem schreibe ich gerne mit dem MAXIFLO Flex-Feel von Pentel (1). Er hat eine flexible Brush-Spitze und ich finde das Schreibgefühl deshalb sehr angenehm. Er hat ein Pumpsystem, mit dem man den Tintenfluss regulieren kann.



Materialtipps für die Kreidetafel

Hmm, nun ja, jetzt wird es etwas schwierig mit Materialtipps. An der Kreidetafel schreibt man mit ... Kreide. Viele Alternativen gibt es da leider nicht. Du kannst noch auswählen, ob du Kreidestücke mit rundem oder mit rechteckigem Querschnitt bevorzugst und das war es dann auch schon fast mit den Auswahlmöglichkeiten. TIPP: Wer das Schreiben mit Kreide überhaupt nicht mag, dem empfehle ich, einen Kreidehalter* auszuprobieren.


Es gibt dann zwar noch spezielle Kreidemarker mit Flüssigkreide, mit denen man an einer Tafel tolle Effekte erzielen kann, die sind aber eher für Chalk-Lettering gedacht. Für den Einsatz im Unterricht kann ich diese Marker nicht guten Gewissens empfehlen. Man muss permanent die Farbe nachpumpen bzw. die Stiftspitze gedrückt halten und kann deshalb nur sehr langsam schreiben. Ich habe allerdings auch erst 3 verschiedene Produkte ausprobiert. Wenn du mit einem Kreidemarker bessere Erfahrungen gemacht hast, melde dich unbedingt bei mir!


Materialtipps für das Smartboard

Materialtipps für das Smartboard? Gibt es die überhaupt? Ich würde sagen: Jein! 

Wer im Unterricht ein Smartboard zu Verfügung hat, wird mir zustimmen: Am Smartboard schnell und trotzdem leserlich zu schreiben ist gar nicht so einfach. Besonders bei den neueren LCD-Modellen ist die Oberfläche extrem glatt und hart, der dazu gehörende Stift hat eine harte Spitze aus Kunststoff und dadurch so gut wie keine Haftung auf der Oberfläche. Da kann man leider nicht viel gegen machen. Ich habe mir einen leeren Marker angeschafft, mit dem ich am LCD-Smartboard schreibe. Durch die weichere Faserspitze ist die Haftung etwas besser und das Schreibgefühl angenehmer. Man sollte sich allerdings vorher erkundigen, ob man so einen Stift für das jeweilige Smartboard benutzen darf.

Wenn du ein Tablet mit Stift besitzt, kannst du es per Kabel oder evtl. auch über das WLan mit dem Smartboard verbinden und dann direkt auf dem Tablet schreiben und zeichnen. Für die Verbindung per Kabel benötigst du einen Adapter vom Ipad auf HDMI und ein HDMI Kabel. Das Smartboard muss natürlich einen HDMI Eingang haben...

Für die kabellose Verbindung müssen Ipad und Smartboard im gleichen WLan angemeldet sein. Es gibt auch noch andere Verbindungs-Möglichkeiten, wie z.B. Apple TV.


Das Schreibgefühl ist viel angenehmer und du kannst die Tools von deinem Tablet nutzen. Außerdem kannst du dein Tafelbild mit dem Gesicht zu deinen Schüler*innen entwickeln, was ich auch sehr vorteilhaft finde.


Jetzt denkst du vielleicht: OHA, soviel Material - ist das denn wirklich nötig?

Ist es nicht. Für den Anfang reicht die folgende Grundausstattung zum Visualisieren völlig aus:

 

Für Flipchart & Papier...

  • 1 schwarzer Marker mit Rund- oder Keilspitze 
  • 1 dünnerer schwarzer Marker für Details
  • 1 grauer Marker zum Schattieren
  • 1-2 farbige Marker oder 1-2 Wachsmalblöcke oder 1-2 Woodys 

 

Fürs Whiteboard...

  • 1 schwarzer Whiteboard-Marker
  • 1 dünner schwarzer Whiteboard-Marker
  • 1-2 farbige Whiteboard-Marker

 

Für die Kreidetafel...

  • Kreide
  • evtl. Kreidehalter

 

Wenn dich die Visualisierungs-Leidenschaft erst mal gepackt hat, wirst du sowieso zum Stifte-Nerd. ich spreche da aus Erfahrung...;-)

Ich empfehle dir übrigens, dein eigenes Material zu markieren, damit es keine Beine bekommt. 

Ich bewahre die Stifte, die ich in der Schule benutze, übrigens in einer speziellen Mappe auf, die ich dafür selber maßgeschneidert habe.

Wenn du auch Interesse an so einer Mappe hast, guck doch mal hier



* Bei den mit einem Sternchen gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich eine geringe Provision erhalte, falls du nach dem Klick auf den Link ein Produkt erwerben solltest. Ich möchte deshalb hier nochmal ausdrücklich betonen, dass ich dir die hier genannten Produkte empfehle, weil ich von ihnen überzeugt bin und sie selber benutze und nicht, weil ich dafür bezahlt werde.

Wenn du überlegst, dir eins von den empfohlenen Produkten anzuschaffen, freue ich mich natürlich, wenn du meinen Affiliate-Link nutzt, da du auf diese Weise meine Arbeit finanziell unterstützt, ohne dafür extra Geld auszugeben...;-)

Hier sind nochmal die Links zu den Produkten:

Wachsmalblöcke, 16 Farben

Wachsmalblöcke, 8 Farben


Woodys, 10 Farben mit Spitzer

Woodys, 6 Farben


Flipchart-Haken

Hosenbügel

Flipchart MAULpro


Rolle mit Schraubdeckel

Ausziehbare Rolle mit Schraubdeckel


Transparente Flipchart-Folie

Selbst-haftende Karten


Kreide-Halter


Kommentar schreiben

Kommentare: 0