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Wie aus einer kleinen Idee ein großes Buch geworden ist...

Wie alles begann...

Mit diesem Karteikasten hat alles angefangen. Er enthält Symbolkarten zu verschiedenen schulischen Themenbereichen, schätzungsweise 150 Stück. Ich habe die Karten selber gemacht und benutze sie in meinen Visualisierungs-Workshops als Symbol-Vorlagen.

Es vergeht kein Workshop, in dem mich nicht mindestens ein*e Teilnehmer*in fragt, wo man denn diese tollen Karten kaufen könne. Kann man nicht - das ist ja "nur" mein persönliches Material.


Mein Kollege Martin hat es dann auf den Punkt gebracht: "Jutta, du musst diese Symbole UNBEDINGT herausbringen!" (Martin, falls du das hier liest: DANKE nochmal dafür!)

Zuerst dachte ich: Nee klar, einfach mal eben Material "herausbringen" - ich habe ja auch sonst nichts zu tun! Aber da hatte sich diese Idee auch schon heimlich irgendwo in meinem Kopf festgebissen und arbeitete da so vor sich hin. 


Und insgeheim habe ich davon geträumt, ein Buch zum Thema "Visualisieren in der Schule" zu schreiben und "meine Symbole" darin zu veröffentlichen. Ein Buch zu diesem Thema gab es nämlich bis dahin noch nicht...

Traum geplatzt?

Im Febrauar 2019 hatte meine Träumerei dann ein jähes Ende. In diesem Monat kam nämlich das Buch "Sketchnotes in der Schule" von Nadine Roßa auf den Markt, einer großartigen Sketchnoterin, deren Stil ich sehr bewundere. Ehrlich gesagt war ich da im ersten Moment ziemlich frustriert: "Na toll, jetzt hat Nadine das Buch herausgebracht, das ich eigentlich schreiben wollte und die kann das sowieso viel besser als ich und mein Buch würde sowieso niemand kaufen, so ein Mist!"

Doch nachdem ich mir Nadines Buch genauer angeguckt habe, habe ich begriffen, dass es darin um etwas anderes ging als das, was ich vorhatte - nämlich um die Frage, warum man Sketchnotes als Lerntechnik einsetzen sollte und wie man Schüler*innen an Sketchnotes heranführen kann. Meine Idee war es ja eher, darauf einzugehen, wie man als Lehrkraft im Unterricht Visualisierung nutzen kann, um die Schüler*innen beim Lernen zu unterstützen. Also ging da doch vielleicht noch was...

Happy End

Und dann habe ich meinen ganzen Mut zusammen genommen, Nadine ein paar von meinen Entwürfen geschickt und sie gefragt, ob sie sich vorstellen kann, dieses Visualisierungs-Buch für Lehrkräfte mit mir zusammen zu machen. Und sie konnte! Yeah!

Das ist jetzt 2 1/2 Jahre her. Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass es so lange dauern würde, ein Buch herauszubringen, zumal relativ schnell klar war, mit welchem Verlag wir zusammen arbeiten würden. Konzept Erstellen, Schreiben, Zeichnen und Layouten hat dabei die wenigste Zeit in Anspruch genommen. Die meiste Zeit verging mit Warten. Warten auf Rückmeldungen vom Verlag. Warten auf Verträge, Warten auf Informationen, Warten auf den Druck usw. usw. 

Für mich als personifizierte Ungeduld eine echte Herausforderung! Aber wir haben es letztendlich geschafft! Wir haben das Warten überlebt. Und jetzt ist das Buch endlich da!

Ich glaube, Nadine und ich waren das perfekte Team für dieses Buch. Wenn sich eine Mediengestalterin, Designerin und Illustratorin (nämlich Nadine) und eine sketchnotende Lehrerin und Visualisierungstrainerin (nämlich ich) zusammentun, um ein Visualisierungs-Buch für Lehrkräfte zu machen, kann ja eigentlich nur etwas Gutes dabei heraus kommen. Nämlich ein Visualisierungsleitfaden für Lehrkräfte, voll mit schulspezifischen Symbolvorlagen und zahlreichen Tipps & Tricks für die Anwendung im Unterricht...

Klingt das interessant für dich? Hier erfährst du mehr über das Buch:

Hier kannst du das Buch bestellen:


Meine Learnings aus diesem Projekt

  • Wenn kleine Ideen immer größer werden, sollte man sie irgendwann ernst nehmen.
  • Einfach fragen.
  • Autor*innenverträge sind Knebelverträge.
  • Mit Bücher schreiben kann man kein Geld verdienen.
  • Augen auf bei der Verlagswahl.
  • Bücher möglichst nur noch direkt beim Verlag bestellen.

Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Wenn du uns als Autorinnen (und natürlich auch alle anderen Autor*innen dieser Welt) unterstützen möchtest, dann kaufe Bücher möglichst direkt beim Verlag und nicht bei großen Online-Händlern oder großen Buchhandelsketten (das gilt für Online-Bestellungen übrigens genauso wie für Käufe direkt im Laden). Die großen Ketten fordern nämlich von den Verlagen extrem hohe Rabatte, welche die Verlage dann wiederum auf das ohnehin niedrige Honorar der Autor*innen anrechnen. Falls es dich interessiert: An einem Buch, das für 20 € verkauft wird, verdient man als (unbekannte*r) Autor*in in der Regel weniger als 1 €. Wenn das Buch dann bei großen Ketten gekauft wird, ist es noch weniger... Traurig, aber wahr!